Phase 1 der Bilateralen Zusammenarbeit (1991 - 1996)
Ergebnisse Die bei der Durchführung der Phase I gewonnenen Erkenntnisse wiesen auf einen Verbesserungsbedarfs auf dem Gebiet des Qualitätsmanagement (QM) in der deutschen Altlastenbearbeitung hin. Dies bezog sich sowohl auf QM-Instrumentarien als auch auf technische Grundlagen. Hierzu wurde insbesondere auf dem Sektor "Analytische Methoden" ein entsprechender Bedarf erkannt. Beispielsweise zeigten die Ergebnisse der chemisch-analytischen Untersuchung thermisch behandelter Böden, dass im Hinblick auf die Anwendbarkeit und Vergleichbarkeit analytischer Methoden eine sehr gründliche Methodenauswahl für solche Analyse erforderlich ist. Es zeigte sich, dass sich das analytische Verhalten der thermisch behandelten Böden sehr deutlich von dem der unbehandelten Böden unterschied.
Auf der Grundlage der gewonnenen Ergebnisse und Erfahrungen im Rahmen der Phase I in Verbindung mit dem erprobten QM-Ansatz aus dem SITE-Programm wurde im oben genannten Abschlußbericht ein erster Strukturvorschlag für ein QM-System für Projekte bzw. Prozesse im Bereich der Altlastensanierung erarbeitet. Als ein Beispiel der vielfältigen Prozesse im Bereich der Altlastensanierung wurde eine prozessorientierte Verfahrensanweisung für die Erprobung von Sanierungsverfahren vorgeschlagen. Die Struktur eines QM-Systems "Altlastenbearbeitung" ist eine Zusammenstellung von Mindestanforderungen für Organisationen (z.B. Behörden, Ingenieurbüros), die Altlastenprojekte verantwortlich durchführen. Mit der Einführung eines QMS ist die Übernahme der Verantwortung für die Bearbeitungsqualität eines Vorhabens verbunden. Sie stellt eine Führungsaufgabe dar, die nicht delegierbar ist. Daher ist die grundlegende Forderung nach Qualität und die Förderung ihrer Entstehung eine Aufgabe für die "oberste Leitung" einer Organisation bzw. eines Unternehmens. Der Geltungsbereich eines Qualitätsmanagementsystems orientiert sich in der Regel am Aufgabenbereich einer Organisation. Hinsichtlich einer praktikablen Struktur eines QM-Systems sollte eine Gliederung gewählt werden, die übergeordnet, regelbedürftige Themen von spezifischen Regelungen abgrenzt. In nachfolgender Abbildung ist eine entsprechende Dokumentation eines QM-Systems schematisch dargestellt. Die Pyramidenstruktur mit der nach unten zunehmende Breite symbolisiert die höhere Regelungsdichte.
Mit den übergeordneten Regelungen (Spitze der Pyramide), legt die "oberste Leitung" Anforderungen fest, nach welchen Grundsätzen in ihren Projekten gearbeitet werden soll und welche Verantwortlichkeiten allgemeingültig zugewiesen sind. |