Phase 2 der Bilateralen Zusammenarbeit (1996 - 2000)


Überblick

Der Abschlussbericht zum FuE-Vorhaben der Phase I (Steffens et al.) mündete in Vorschläge zur Verbesserung des Qualitätsmanagements in der Altlastenbearbeitung in Deutschland. Bei Umsetzung dieser Vorschläge ist es möglich, die Qualität im Rahmen der Altlastenbearbeitung in Bezug auf das oberste Ziel - Sicherheit vor Gefährdungen durch kontaminierte Umweltmedien - zu steigern. In diesem Zusammenhang zu treffende umweltrelevante Entscheidungen müssen letztendlich mit einer soliden Datenbasis begründet sein. Daher ist es sinnvoll, den Prozess "Erhebung von Umweltdaten" zu optimieren, in dem durch ein angepasstes Qualitätsmanagement belastbare, nachvollziehbare und dokumentierte Datensätze erhoben werden können.

Hauptstützen des Qualitätsmanagements sind zum einen Management-Instrumentarien und zum anderen technische Grundlagen. Dies umfasst u.a. neben der Qualitätsplanung und Qualitätslenkung, die Qualitätskontrolle und -sicherung. Im Hinblick auf eine praktische Umsetzung können entsprechende Rahmenvorgaben bei der Überprüfung der Leistungsfähigkeit von Sanierungsverfahren angepasst und prozessorientiert weiterentwickelt werden.

Den Vorschlag zur beispielhaften Entwicklung einer Verfahrensanweisung "Technische Erprobung von Sanierungsverfahren" hat das BMBF aufgegriffen. Ergebnis war die Entwicklung eines Leitfadens für den Test von Dekontaminationsanlagen als Empfehlung für den Deutschen Technikstandard Altlasten-Dekontamination (DETAD). Das entsprechende FuE-Vorhaben wurde als "Phase II" in die langjährige "Bilaterale Zusammenarbeit BMBF - U.S. EPA" eingebunden.

Im Rahmen dieser internationalen Zusammenarbeit konnte erstmals gemeinsam Datensätze zur Leistungsfähigkeit von Sanierungstechnologien erhoben und bewertet werden. Ziel war es, den Qualitätsmanagement-Ansatz der U.S. EPA auf Elemente zu untersuchen, die auf die Verhältnisse in Deutschland adaptiert werden können. Diese Elemente und weitere Ansätze (z.B. Normen im Bereich Qualitätsmanagement und Akkreditierung, rechtliche Vorgaben im Bereich Bodenschutz) flossen in den entwickelten Leitfaden ein. Auf diese Weise konnte die zu entwickelnde deutsche Verfahrensanweisung im Sinne eines Leitfadens an dem bereits bewährten SITE-Standard der U.S. EPA validiert werden. Nach der Entwicklung und Erprobung dieses praxisorientierten Leitfadens sollten die Grundstrukturen in ein Konzept für einen weiteren Standard ("Deutscher Monitoringstandard Altlasten-Sicherung", DEMAS) zum Langzeitmonitoring von Standorten umgesetzt werden. Die bilaterale Zusammenarbeit ermöglichte ferner, den QM-Ansatz der U.S. EPA kritisch zu überprüfen, Optimierungspotentiale zu finden und diese Erfahrungen in die weitere Entwicklung von DETAD und DEMAS einfließen zu lassen.

Mit der Entwicklung des Leitfadens stellt das BMBF Hilfen für die praktische Bearbeitung von Sanierungsvorhaben zur Verfügung. Ferner eröffnet sich die Möglichkeit, nach international anerkannten Standards erprobten Sanierungsverfahren, auch weltweit einen besseren Marktzugang zu verschaffen.