Die Deutsch - Amerikanische Arbeitsgruppe zur Revitalisierung kontaminierter Flächen
Hintergrund und Veranlassung Seit der Rio-Konferenz 1992 und der Unterzeichnung der Agenda 21 sind die Ziele der nachhaltigen Entwicklung fest in der Umweltpolitik der Bundesrepublik verankert. Ein auch von der Enquete-Kommission der Bundesregierung vorrangig behandeltes Thema ist hierbei der Bodenschutz. Hier wird neben dem Schutz des Bodens vor Kontaminationen vor allem die Reduzierung des Neuflächenverbrauches thematisiert. Das Bundesumweltministerium (BMU) fordert angesichts dieser dramatischen Entwicklung in seinem "Entwurf eines umweltpolitischen Schwerpunktprogramms" vom April 1998 die dauerhafte Entkoppelung der Flächeninanspruchnahme für Siedlung und Verkehr vom wirtschaftlichen Wachstum sowie die Reduzierung der Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche auf 30 ha pro Tag bis 2020. Um Neuausweisungen von Gebieten "auf der grünen Wiese" entgegenzutreten, wird im o.g. Entwurf des BMU als einer der maßgeblichen Ansatzpunkte die Sanierung und Wiedernutzbarmachung von Brachflächen genannt. Die Revitalisierung von Brachflächen in Form des "Flächenrecyclings" steht in engem Zusammenhang mit dem Leitbild der "Nachhaltigen Stadtentwicklung". Das Flächenrecycling, das ohne neuen Landverbrauch Siedlungs- und Naturraum bereitstellen soll, wird als "nutzungsbezogene Wiedereingliederung solcher Grundstücke in den Wirtschafts- und Naturkreislauf" definiert, "die ihre bisherige Nutzung verloren haben - wie stillgelegte Industrie- oder Gewerbebetriebe, Militärliegenschaften, Verkehrsflächen - mittels planerischer, umwelttechnischer und wirtschaftspolitischer Maßnahmen". Die Neunutzung von Altstandorten spielt bei der Reduzierung des Neuflächenverbrauches eine entscheidende Rolle. Durch die sinnvolle Neunutzung von Altstandorten können zudem primäre Ziele der Lokalen Agenda 21 verwirklicht werden. Auch die Koalitionsvereinbarung von SPD und Grünen vom 20. Oktober 1998 misst einem "Konzept zur Entsiegelung und Renaturierung von Flächen" besondere Bedeutung zu. Angesichts eines rapide steigenden Landschaftsverbrauchs zu Siedlungszwecken ist damit der bodensparende Ansatz einer vorrangigen Nachnutzung von Industrie- und Brachflächen verstärkt in das Blickfeld gerückt. |