Flächenrevitalisierung im internationalen Kontext Die Grundthematik der Wiedernutzung von Flächen ist Gegenstand vielfältiger Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Deutschland und den USA. Die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit dient dazu, den Austausch zwischen den Fachleuten in beiden Ländern zu ermöglichen bzw. zu vereinfachen, ihr kommt damit die Funktion einer Plattform zu. Das Themenfeld "Nachhaltige Brachflächenrevitalisierung" findet auf internationaler Ebene zunehmen Beachtung. Hierbei stehen Wechselwirkungen zum wirtschaftlichen Strukturwandel, der Stadt- und Regionalplanung, des Umweltschutzes sowie weiterer sektoraler technischer und sozialer Fachgebiete im Mittelpunkt. Die europäische Struktur- und Umweltpolitik weist einen engen Bezug zu der Brachflächenproblematik auf. Zahlreiche durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Programme sowie die neuen städtebaulichen Initiativen der EU (URBAN) beinhalten Projekte des Flächenrecyclings als Schlüsselelement der räumlichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Eine erste EU-geförderte Forschungsstudie zu Brachflächenproblemen der Kohle- und Stahlindustrie wurde vom Verband der traditionellen Industrieregionen (RETI) 1992 veröffentlicht. (COMMISSION DES COMMUNAUTES EUROPEENNE, 1992) Diese Studie umreißt die Problemfelder im Kontext der regionalen und urbanen Entwicklung sowie die damit verbundenen ökologischen und ökonomischen Aufgabenstellungen. Im Oktober 1998 wurde von der EU der Aktionsrahmen zur nachhaltigen Entwicklung in der Europäischen Union "Framework for Action" (COM/98/605) verabschiedet. Hierin enthalten sind sowohl allgemeine Zielvorgaben für die Entwicklung urbaner Gebiete als auch konkrete Maßnahmen zum Erreichen dieser Ziele. Insbesondere wurde eine strategisch ausgerichtete, integrierte Herangehensweise an städtebauliche Programme gefordert. Mit der anstehenden Osterweiterung sind weitere Herausforderungen in dieser Hinsicht zu erwarten. Als Beitrag zur städtebaulichen Initiative der Kommission wurde von der DG "Umwelt" die Expertengruppe "Stadtentwicklung" einberufen. In einer Reihe von Arbeitsgruppensitzungen wurden mögliche Ansätze zur Untersetzung der europäischen Politik aufgezeigt. Hierbei wurde dem Flächenrecycling im Zusammenhang mit einer angestrebten nachhaltigen Landnutzung hohe Priorität eingeräumt. (EXPERT GROUP, 2000). Im Rahmen der Konzertierten Aktion CLARINET (Contaminated Land Rehabilitation Network for Environmental Technologies in Europe) wurde erstmals das Themenfeld "Brownfields" in den Mittelpunkt einer Arbeitsgruppe gestellt. Daraus hervorgegangen ist das Nachfolgenetzwerk CABERNET, welches im Jahr 2002 seine Arbeit aufnehmen wird. Die US-Umweltbehörde (EPA) hat im Rahmen einer wirtschaftspolitische Initiative zur Revitalisierung von Industriebrachen einen Handlungsrahmen "Industriebrachen 1998" vorgelegt. Sie zielt auf die Unterstützung der Bundesstaaten, der Städte und Gemeinden, sonstiger Organisationen bis hin zu Privatpersonen bei der Entwicklung und Durchführung von Projekten des Flächenrecyclings ab. Hierin sind Maßnahmen zur Vermeidung von Industriebrachen ebenso eingeschlossen wie Bodensanierung und Folgenutzung (EPA, 1998). Hintergrund der Initiative ist die Zielsetzung, durch die Initiierung nachhaltiger Entwicklungsprozesse zur ökologischen wie ökonomischen Entwicklung beizutragen. Damit hängt der Erfolg der Brachflächeninitiativen davon ab, ob es gelingt, in den konkreten Einzelprojekten nachhaltige Entwicklungsprozesse zu initiieren. Die Arbeitsgruppe "Räumliche Entwicklung" der OECD (Organization for Economic Co-operation and Development) analysiert allgemeine Entwicklungen und stellt theoretische und anwendungsorientierte Grundlagen für die Politikberatung bereit. Mit Unterstützung der US-Umweltbehörde EPA hat sich die OECD an der internationalen Vergleichsstudie zu den ökonomischen Wechselwirkungen der Revitalisierung von Industriebrachen beteiligt. Hauptziel der Studie war es, einen Beitrag zur Politikberatung für eine nachhaltige Entwicklung des Flächenrecyclings sowie die damit verbundenen positiven ökonomischen und sozialen Folgewirkungen zu leisten. |